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14.02.2026
17:00 Uhr
im Müller & Schade
Malika Kishino (* 1971)
Ochres für Bläsertrio
Hermann Meier (1906 – 2002)
Trio für Flöte, Oboe und Klarinette, HMV 22
Dieter Ammann (* 1962)
Cute für Flöte und Klarinette
TRIO RECHERCHE
Anja Clift
Flöte
Eduardo Olloqui
Oboe
Shizuyo Oka
Klarinette
Programm
Das ensemble recherche ist ein achtköpfiges Solistenensemble und zählt zu den renommiertesten Ensembles für zeitgenössische Musik. Die drei Bläser*innen des Ensembles präsentieren bei VerTönt! einen Strauss unterschiedlichster Stücke aus den letzten 20 Jahren und machen dadurch verschiedene ästhetischen Positionen erfahrbar.
In Nomine von Brian Ferneyhough klingt zu Beginn, wie ein Stück aus der Renaissance. Doch nach dem einfachen Beginn, macht der Gründer der New Complexity seiner Stilrichtung alle Ehre. Zwar dauert das Stück nur gute zwei Minuten, doch braucht es alle Aufmerksamkeit um dem hochkomplexen Geschehen zu folgen.
Bei Helmut Lachenmann zeigt sich die Komplexität auf der Ebene des Klanges. Während Jahrzehnten hat er den unendlichen Kosmos der Geräusche erkundet und zu einer musique concrète instrumentale geformt. Diese Arbeit haben die drei Musiker*innen des Trio Recherche weitergeführt und sich dem Streichtrio Nr. 1 mit ihren eigenen klanglichen Möglichkeiten zu nähern versucht.
Auch Salvatore Sciarrino ist ein Klangforscher. Er beschäftigt sich mit der Stille und der Farbe der Töne und in Muro d’orizzonte insbesondere durch den bewussten Einsatz der Atemgeräusche vom quasi unhörbaren Hauchen bis zum schrillen Multiphonic.
Auch Dieter Ammann verwendet in Cute verschiedene klangliche Effekte der beiden Instrumente. In einem hochvirtuosen Stück verbindet er dies mit solistischen Eskapaden der beiden Instrumente und schnürt die beiden Ebenen in ein überzeugendes Ganzes.
Malika Kishino beschreibt ihre Kompositionen als Klangorganismen. Wie jedes organische Leben haben diese eine Entwicklungsdauer, eine Eigenzeit und eine charakteristische Form. der Konstruktion eines Werkes tritt das klangliche erLeben in den Vordergrund.
Ergänzt wird das Programm durch die Uraufführung eines frühen Stücks von Hermann Meier. Dieser war lange beinahe unbekannt, nun wurde das Werk des «Schönbergs aus dem Schwarzbubenland» durch zahlreiche Aufführungen endlich aus der Versenkung gehoben. Erschienen sind die Werke im aart verlag, quasi dem kleinen Bruder vom Müller & Schade Verlag.